Geschichte

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Am 23. Mai 1866 wurde der «St. Gallische Hilfsverein für genesende Gemütskranke» vom ärztlichen Verein des Kantons St. Gallen gegründet. Den verschiedenen Reden des damaligen Präsidenten an den Jahresversammlungen kann entnommen werden, dass damals ein Umbruch in der Betreuung und Behandlung von Menschen mit psychischen Behinderungen stattgefunden und der Verein aktiv an diesem Paradigmenwechsel teilgenommen hat.

Der Verein unterstützte einerseits Menschen beim Klinikaustritt, anderseits erhielt bei einem Eintritt eines Familienmitglieds in die Psychiatrische Klinik die dadurch in Not geratende Familie Mittel aus dem Fonds.

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Im Laufe des 20. Jahrhunderts wandelte sich die Aufgabe des Vereins: Es wurden weiterhin Gelder aus dem Fonds an Einzelne und Familien ausgeschüttet, jedoch nur subsidiär zu den Ansprüchen aus Sozialversicherungen und Sozialhilfe. Mittel für den Unterstützungsfonds wurden aus Kollekten der Landeskirchen und Spenden von Privatpersonen erhoben. In den Gemeinden gab es Ortsvertreterinnen oder Ortsvertreter, die für den Unterstützungsfonds Haussammlungen durchführten.

 

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Aus den Anfangszeiten des Hilfsvereins

Ende der 70er-Jahre übernahm der Verein eine zusätzliche Aufgabe: Er wurde Träger der Betreuten Wohngemeinschaft Ahorn in St. Gallen, eines Angebots im Wohnbereich für psychisch beeinträchtigte Personen. Diese wurde im Frühling 1979 unter dem damaligen Namen «Wohnheim St. Gallen» nach einer eineinhalbjährigen Projektzeit eröffnet. Das Bedürfnis nach einer Übergangsinstitution war in der Kantonalen Psychiatrischen Klinik Wil und in der Sozialpsychiatrischen Beratungsstelle erkannt worden. Einige Mitarbeiter/-innen dieser beiden Institutionen wurden für das Projekt delegiert. Später wurde die Projektgruppe ergänzt durch die zukünftigen Mitarbeiter/-innen und für die Ausarbeitung der Details des Zusammenlebens wurden die zukünftigen Bewohner/-innen beigezogen. Dadurch war die Identifikation der Bewohner/-innen mit der Institution am Anfang sehr hoch. Es war zudem die Zeit eines Aufbruchs in der Psychiatrie. Die Mitbestimmung bereits in der Projektphase ermöglichte ein hohes Mass an Motivation, Autonomie und Initiative der Bewohner/-innen. Diese blieben für die Mitarbeiter/-innen auch beim Wechsel der Bewohnerschaft stets ein wichtiges Ziel. 

Ein weiteres Angebot wurde in den 90er-Jahren eröffnet: Begleitete Wohngemeinschaften und Begleitetes Einzelwohnen in Wil und St. Gallen. Auch dieses Angebot entstand aus der Zusammenarbeit des St. Gallischen Hilfsverein für Gemütskranke mit der kantonalen Psychiatrischen Klinik in Wil. Für die beiden Betriebe wurden Betriebskommissionen gebildet. Die Führung des Vereins durch Vorstand und Betriebskommissionen geschah ehrenamtlich. 

Seit Beginn des 21. Jahrhunderts wurden an den Verein laufend neue Anforderungen gestellt. Auflagen von Bund, Kanton und der Stiftung ZEWO erhöhen den administrativen Aufwand. Diese Entwicklung führte dazu, dass nach 136 Jahren ehrenamtlicher Führung des Vereins eine Geschäftsstelle eingerichtet und eine Geschäftsleiterin eingestellt wurde. 

Im Herbst 2005 konnte ein neuer Betrieb, ein Tageszentrum im Toggenburg eröffnet werden. 

Im 2008 feierte der SGHV seine 140jähriges Jubiläum feiern. Weil seit der Gründung des Vereins im 1866  zwei Jahresversammlungen nicht durch geführt wurden ergab sich die 140 HV erst im 2008. In diesem Jahr wurden durch die Neugestaltung des Finanzausgleichs und der Aufgabenteilung zwischen Bund und Kantonen - NFA, die Aufgaben im Bereiche der Mensch mit Beeinträchtigung vom Bund auf die Kantone übertragen. Dies führte zu verschiedenen Neuerungen, unter anderem wurde in Wohnheimen, so auch in der BWG Ahorn, die Bereiche Wohnen und Tagesstruktur geteilt.

Ebenfalls werden die Zahlungen des Kantons auf Grund des sogenannten individuellen Betreuungsbedarfs IBB berechnet. In Zusammenarbeit mit verschiedenen Institutionen, dem Amt für Soziales und von betroffenen Menschen mit Beeinträchtigung wurde 2014 der erste Planungsbericht mit einer Bedarfsanalyse für die Jahre 2015-2017 fertig gestellt. 

Statuten

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